Was kann mein Schuh? Ein Blick auf das Etikett bringt Klarheit

Die Norm EN ISO 20345 legt sowohl Grundanforderungen als auch Zusatzanforderungen an Sicherheitsschuhe für den gewerblichen Gebrauch fest. Sie sollen den Träger vor der Verletzungsgefahr durch Stoßen, herabfallenden oder herunterrollenden Gegenständen, vor Einklemmen, vor Durchtreten spitzer oder scharfer Gegenstände und vor thermischen Gefahren bei extremen Temperaturen schützen.

Berufsschuhe der Norm EN ISO 20347 sollen den Träger vor Verletzungen schützen. Schutzmerkmal: ohne Schutzkappe, aber z.B. rutschhemmend, antistatisch usw.

Die Grund- und Zusatzanforderungen bestimmen den Schutzgrad und sind aus der sich an den Schuhen befindlichen Kennzeichnung zu entnehmen.

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Sicherheitsschuhe ( Kennzeichnung S im Etikett) / entsprechen der EN ISO 20345:2011

Symbol Anforderungen Kategorie
SB S I S2 S3
Grundanforderungen x x x x
Geschlossener Fersenbereich 0 x x x
A Antistatische Schuhe 0 x x x
Energieaufnahme im Fersenbereich 0 x x x
W R U Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme des Schuhoberteils 0 0 x x
P Durchtrittssicherheit 0 0 0 x

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Berufsschuhe (Kennzeichnung 0 im Etikett) / entsprechen der ISO 20347:2011

Symbol Anforderungen Kategorie
OB 1 2 3
Grundanforderungen x x x x
Geschlossener Fersenbereich 0 x x x
A Antistatische Schuhe 0 x x x
E Energieaufnahme im Fersenbereich 0 x x x
WRU Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme des Schuhoberteils 0 0 x x
P Durchtrittssicherheit 0 0 0 x

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Weitere Zusatzanforderungen nach beiden Normen:

SRA* Rutschhemmung auf Boden aus Keramikfliesen mit SLS
SRB* Rutschhemmung auf Stahlboden mit Glycerol
SRC* Rutschhemmung auf Boden aus Keramikfliesen mit SLS und auf Stahlboden mit Glycerol
HI Wärmeisolierung des Sohlenkomplexes
C1 Kälteisolierung des Sohlenkomplex
HRO Verhalten der Laufsohle gegenüber Kontaktwärme
M Mittelfußschutz (nicht EN ISO 20347)
C 1 Leitfähige Schuhe
1 elektrisch isolierende Schuhe
WRU Wasserdichtheit
CR Schnittfestigkeit des Schuhoberteils
AN Knöchelschutz
FO Kraftstoffbeständigkeit (nur bei EN ISO 20347, Grundanforderung bei EN ISO 20345)

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Allgemeine Hinweise

Klingt banal, aber: Beim Gebrauch von Sicherheitsschuhen Schuhe ist darauf zu achten, dass sie passen (daher immer vorher Anprobe!). An den Schuhen vorhandene Verschlusssysteme sind sachgerecht zu benutzen. Die Haftung des Herstellers für Schäden jeder Art, die aus unsachgemäßer Handhabung oder Nutzung entstehen, ist ausgeschlossen.

Die Verwendung von Zubehörteilen, z. B. Einlegesohlen, kann einen negativen Einfluss auf die Schutzfunktion der Schuhe haben.

Die Schuhe sind mit handelsüblichen Reinigungsmitteln (z.B. Bürste) zu reinigen und zu pflegen. Das Trocknen von nassen Schuhen auf der Heizung ist ungeeignet. Die Schuhe sollen vor jedem Tragen auf von außen erkennbare Schäden überprüft werden (z.B. Funktionalität der Verschlusssysteme, ausreichende Profilhöhe, Unversehrtheit des Obermaterials).

Die Auswahl der geeignetesten Schuhe muss auf der Grundlage der Gefährdungsanalyse erfolgen. Die Schuhe sind sachgerecht zu lagern und zu transportieren. Schuhe sind ausschließlich in trockenen Räumen zu lagern. Wegen der Vielzahl der Einflussfaktoren (z.B. Feuchtigkeit und Temperatur bei der Lagerung, Werkstoffänderung über die Zeit) kann ein Verfalldatum nicht angegeben werden. Darüber hinaus ist die Verfallszeit abhängig vom Grad des Verschleißes, der Nutzung und dem Einsatzbereich.

Bitte beachten Sie, dass auch nicht benutzte Schuhe beim Lagern einem Alterungsprozess unterliegen. Vor jeder Verwendung sollten die Schuhe kurz durch eine Sichtkontrolle geprüft werden. Falls dabei Zeichen der Veränderung (übermäßige Abnutzung der Sohle, schlechter Zustand der Nähte, Abtrennung von Sohle und Schaft, usw.) festzustellen sind, sollten sie ersetzt werden.

 

Antistatik

Antistatische Schuhe sollten benutzt werden, wenn die Notwendigkeit besteht, eine elektrostatische Aufladung durch Ableiten der elektrischen Ladung zu vermindern, so dass die Gefahr der Zündung z.B. entflammbarer Substanzen oder Dämpfe durch Funken ausgeschlossen wird, und wenn die Gefahr eines elektrischen Schlags durch ein elektrisches Gerät oder durch spannungsführende Teile nicht vollständig ausgeschlossen ist.

Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, dass antistatische Schuhe keinen hinreichenden Schutz gegen einen elektrischen Schlag bieten können, da sie nur einen Widerstand zwischen Boden und Fuß aufbauen. Wenn die Gefahr eines elektrischen Schlags nicht völlig ausgeschlossen werden kann, müssen weitere Maßnahmen zur Vermeidung dieser Gefahr getroffen werden. Solche Maßnahmen und die nachfolgend angegebenen Prüfungen sollten Teil des routinemäßigen Unfallverhütungsprogramms am Arbeitsplatz sein.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass für antistatische Zwecke der Leitweg durch ein Produkt während seiner gesamten Lebensdauer einen elektrischen Widerstand von unter 1000 Megaohm haben sollte. Ein Wert von 100 Kiloohm wird als unterste Grenze für den Widerstand eines neuen Produktes spezifiziert, um begrenzten Schutz gegen gefährliche Schläge oder Entzündung durch einen Defekt an einem elektrischen Gerät bei Arbeiten bis zu 250 V zu gewährleisten. Es sollte jedoch beachtet werden, dass der Schuh unter bestimmten Bedingungen einen nicht hinreichenden Schutz bietet; daher sollte der Benutzer des Schuhs immer zusätzliche Schutzmaßnahmen treffen.

Der elektrische Widerstand dieses Schuhtyps kann sich durch Biegen, Verschmutzung oder Feuchtigkeit beträchtlich ändern. Dieser Schuh wird seiner vorbestimmten Funktion bei Tragen unter nassen Bedingungen nicht gerecht. Daher ist es notwendig dafür zu sorgen, dass das Produkt in der Lage ist, seine vorherbestimmte Funktion der Ableitung elektrischer Aufladungen zu erfüllen und während seiner Gebrauchsdauer einen Schutz zu bieten. Dem Benutzer wird daher empfohlen, erforderlichenfalls eine Vor-Ort-Prüfung des elektrischen Widerstands festzulegen und diese regelmäßig und in kurzen Abständen durchzuführen.

Schuhe der Klassifizierung I können bei längerer Tragezeit Feuchtigkeit absorbieren und unter feuchten und nassen Bedingungen leitfähig werden.

Wird der Schuh unter Bedingungen getragen, bei denen das Sohlenmaterial kontaminiert wird, sollte der Benutzer die elektrischen Eigenschaften seiner Schuhe jedes Mal vor Betreten eines gefährlichen Bereichs überprüfen. In Bereichen, in denen antistatische Schuhe getragen werden, sollte der Bodenwiderstand so sein, dass die vom Schuh gegebene Schutzfunktion nicht aufgehoben wird.

Bei der Benutzung sollten keine isolierenden Bestandteile mit Ausnahme normaler Socken zwischen der Innensohle des Schuhs und dem Fuß des Benutzers eingelegt werden. Sollte eine Einlage zwischen der Innensohle des Schuhs und dem Fuß des Benutzers eingelegt werden, sollte die Verbindung Schuh/Einlage auf ihre elektrischen Eigenschaften hin geprüft werden.

 

Einlegesohlen

Wenn die Schuhe mit einer herausnehmbaren Einlegesohle geliefert werden, wurden alle Prüfungen mit eingelegter Einlegesohle durchgeführt. Daher dürfen die Schuhe nur mit eingelegter Einlegesohle benutzt werden. Weiterhin darf die Einlegesohle nur durch eine vergleichbare Einlegesohle des ursprünglichen Schuhherstellers ersetzt werden.

Wenn die Schuhe mit einer nicht herausnehmbaren Einlegesohle geliefert werden, wurden alle Prüfungen ohne eine zusätzlich eingelegte Einlegesohle durchgeführt. Daher kann der Einsatz einer zusätzlichen herausnehmbaren Einlegesohle die Schutzeigenschaften der Schuhe beeinträchtigen.

 

Durchtrittsicherheit

Der Penetrationswiderstand dieser Schuhe wurde im Labor unter Verwendung eines Kegelnagels mit einem Durchmesser von 4,5 mm und einer Kraft von 1100 N gemessen. Höhere Kräfte oder Nägel mit kleinerem Durchmesser erhöhen das Risiko eines Eindringens. Bei solchen Bedingungen sollten alternative Präventivmaßnahmen berücksichtigt werden.

Zwei allgemeine Arten von durchtrittsicheren Einlagen werden derzeit in PSA Schuhe eingebaut: Dies sind welche aus Metall und solche aus nicht metallischen Materialien. Beide Arten haben die Mindestanforderungen für die Durchtrittsicherheit der Norm zu erfüllen.

Weitere Zusatzanforderungen nach beiden Normen Jede hat unterschiedliche zusätzliche Vorteile oder Nachteile, einschließlich der folgenden:

  • Einlagen aus Metall bieten mehr Schutz bei spitzen Gegenständen. Die Schutzfläche ist allerdings produktionstechnisch geringer.
  • Nichtmetallische Einlagen sind in der Regel leichter und flexibler und bieten eine größere Schutzfläche. Besonders spitze oder scharfe Gegenstände können hier allerdings leichter das Material durchdringen.